Was will der Verein?
Er will die unverdrehte Zahlensprechweise im Deutschen populär und
gesellschaftsfähig machen. Wir wollen erreichen, dass sie als
richtige Sprechweise allgemein anerkannt wird. Insbesondere wird damit
auch erreicht, dass das Erlernen des Deutschen durch Ausländer in
vielen Fällen erleichtert wird.
Wir vertreten die Auffassung, dass es im
Schulunterricht kein Tabu sein darf, über die Eigenart der
deutschen Zahlnamen zu sprechen. Die Köbelsche Zahlensprechweise
der Ziffern von links nach rechts sollte auch gelehrt werden.
Wir unterstützen Lehrpersonen, die diese Inhalte in ihrem
Unterricht in eigener pädagogischer Verantwortung aufnehmen. Diese
"Sanfte Reform" ist schon angelaufen.
Wir erheben die Forderung, dass jedes Schulkind
im deutschsprachigen Raum in wenigstens einer Unterrichtsstunde die
unverdrehte Zahlensprechweise kennen lernen soll. Wir appellieren an
die zuständigen Stellen in Ministerien und Schulen, an der
Umsetzung dieses Vorschlags mitzuwirken. Es könnte dadurch
erreicht werden, dass Kinder ein besseres Verständnis für
Zahlnamen besonders auch in Fremdsprachen erwerben.
Wir sind auch der Auffassung, dass die
Darstellung der deutschen Zahlensprechweise in den gegenwärtig
verwendeten Schulbüchern ungenügend ist. Zumeist wird so
getan, als gäbe es keine Besonderheit. Es wird dogmatisch
angeordnet und ignoriert, verschwiegen und verdrängt, dass hiermit
ein Problem beim Erlernen gegeben ist. Es soll aber offen und explizit
ausgesprochen werden, welche komplizierten Verdrehregeln beim Lesen von
Ziffernwörtern, insbesondere bei solchen mit Komma, zu beachten
sind. Auch sollte Geschichtliches über alte schriftliche
Zahlendarstellungen und über die Einführung des dekadischen
Stellenwertsystems um 1500 ins Deutsche dargelegt werden. Damit kann
erklärt werden, woher die verdrehte Sprechweise kommt. Man hat
eine Reform bei der schriftlichen Form der Zahlendarstellungen
durchgeführt und versäumt, eine entsprechende Anpassung in
der mündlichen Darstellung vorzunehmen. Wenn heute ein Kind, was
häufig geschieht, einer Lehrperson die Frage stellt, warum die
Zahlsprechweise verkehrt ist, wird es zumeist keine angemessenen
Antwort erhalten. Es kann doch niemand wollen, dass dieser Zustand so
bleibt.
Wir sind kein "Anti-Einundzwanzig" - Verein und es ist nicht unser Ziel, die heute gebräuchliche verdrehte Art des Zahlensprechens abzuschaffen, da beide Sprechweisen, wie man am Beispiel des Tschechischen sehen kann, gut nebeneinander verwendet werden können.
Man spricht dann etwa auch
zwanzigeins
statt einundzwanzig für 21 zweihundertvierzigsieben
statt zweihundertsiebenundvierzig für 247 fünfzigdreitausendsiebenhundertsechzigneun
statt
dreiundfünfzigtausendsiebenhundertneunundsechzig für 53769 Es sollen zudem die Mängel der bisherigen
deutschen Zahlensprechweise durch spezielle wissenschaftliche
Untersuchungen festgestellt und bekannt gemacht werden. Man kann solche
Schwächen in folgenden Bereichen sehen im didaktischen Bereich: im wirtschaftlichen Bereich: im politischen Bereich: Um diese Ziele zu verwirklichen haben wir folgende Forderungen: Forderung A: Forderung B: Forderung C:
insbesondere im Mathematikunterricht der Grundschulen stellt die
deutsche Zahlensprechweise für viele Schüler(innen) ein
beträchtliches Lernhindernis dar. Es ist dringend geboten, dass
die politisch Verantwortlichen empirische Untersuchungen in Auftrag
geben, um das Ausmaß dieser dadurch bedingten Lernstörungen
festzustellen.
auf Grund der erhöhten Fehlerquote bei der Weitergabe von
Zahlenangaben entsteht wirtschaftlicher Schaden. Es ist notwendig,
diesen Umfang realistisch abzuschätzen.
vielen Ausländern wird das Erlernen des Deutschen durch die
eigentümliche deutsche Zahlensprechweise erschwert. Dies kann
politisch nicht gewollt sein.
Im Rahmen der europäischen Einigung ist eine Anpassung von
nationalen Standards notwendig. Man sollte das verdrehte deutsche
Zahlenaussprechsystem anpassen an international gebräuchliche
Sprechstrukturen, wie sie u.a. im Englischen, Spanischen,
Italienischen, Tschechischen, Polnischen, Russischen, Finnischen,
Schwedischen, Norwegischen, Türkischen, Chinesischen und
Japanischen verwendet werden.
Die für den Schulunterricht verantwortlichen
gesellschaftlichen Gruppen, Gremien, Ministerien und Behörden sind
angehalten, empirische Untersuchungen im Auftrag zu geben, in denen
erforscht werden soll, inwieweit die deutsche Zahlensprechweise im
Mathematikunterricht an Grundschulen für viele Schüler ein
Lernhindernis darstellt.
Die Durchführung von Schulversuchen mit der unverdrehten
Zahlensprechweise im Mathematikunterricht soll von den
Kultusministerien der deutschsprachigen Länder genehmigt werden.
Die bildungspolitischen Kreise in Deutschland, Österreich und der
Schweiz werden aufgerufen, eine gründliche Bewertung der
Reformvorschläge zur deutschen Zahlensprechweise vorzunehmen,
insbesondere unter Berücksichtigung des Bologna-Prozesses im
Bildungswesen.