Zunächst ein paar Gedanken zur Strategie. Da
von Seiten der Kultusministerien wenig Hilfe und hoffentlich
keine Blockaden zu erwarten sind, bleiben die Medien als
Hauptquelle der Verbreitung. Da könnten wissenschaftliche
Testreihen über die Häufigkeit von
Übertragungsfehlern von einundzwanzig und zwanzigeins
Interesse wecken. Projekte an allen Schultypen
würden in Korrelation mit dem erhofften leichteren Zugang zur Mathematik
und besseren Lernerfolgen eine zweite Schiene. Aber drittens
könnte jeder einzelne Interessierte den neuen Sprachgebrauch
einfach einüben und anwenden. Vielleicht kann man
auch große Zeitungen und Zeitschriften dafür gewinnen,
Problembewusstsein und Interesse zu wecken.
Je früher ein Mensch damit konfrontiert wird, um so besser scheinen
mir die Erfolgsaussichten. Übrigens sollten die Kultusbehörden
weiter mit Briefen beglückt werden, die zum Einen ein
breites Interesse dokumentieren, zum Anderen die Frage
klären sollen, wer denn für das Anliegen
zuständig ist, alternative, bessere
Sprachübermittlung von Zahlen zu fördern. Es geht ja
vorrangig um eine Sprechreform von Zahlen.
Da es sich nicht um ein nur nationales Problem handelt, schlage ich
vor, eine internationale Gesellschaft zu gründ en, die nationale
Gesellschaften initiiert. Erst dann ist eine sprachübergreifende
Verbesserung der Verständigung möglich. Diese
würde auch den nationalen Gesellschaften mehr Gewicht
geben.
In der Praxis gibt es übrigens schon eine radikale Form der vereinfachten
Übertragung, z.B. bei der Bekanntgabe von Gewinnzahlen wie
den Wetten 77 und Supersechs oder den Gewinn(end)zahlen von
Lotterien. Dann wird einfach nur die Ziffernfolge verlesen. Das
ist in den meisten Fällen auch
völlig ausreichend. Und hier geht ja nun wahrlich um eine
zuverlässige
Übertragung.
Zahlen als geschriebene Ziffernfolge im dezimalen Positionssystem sind
im Wesentlichen unproblematisch. Hier wäre international eine Einigung
wünschenswert, ob ein Dezimalpunkt oder ein -komma verwendet
werden soll, ob vor und nach dem Punkt/Komma z.B. durch
Leerzeichen getrennte Dreiergruppen sinnvoll sind. Themen, die
sicher auch mitdiskutiert werden sollten.
Der erste Schritt und Hauptzweck des Vereins Zwanzigeins ist es
ja, das Sprechen zu vereinfachen und das Vertauschen von. Einern
und Zehnern zu vermeiden unter Versicht auf das verbindende
"und". Ob man zehneins statt elf und zehnzwei statt zwölf
einführen kann, bleibt abzuwarten. Auch zehndrei statt dreizehn
bis zehnneun statt neunzehn ist sicher schwieriger als zwanzgeins
statt einundzwanzig. Der zehnerste oder der zwanzigerste muss
sicher auch längere Zeit eingeübt werden. Ich stelle
mir vor, wann wir Eltern und Großeltern überzeugen können,
ihren Kindern bzw. Enkeln beim Zählen Lernen und im
alltäglichen Sprachgebrauch vorzusprechen: ... neun, zehn, zehneins,
zehnzwei, ... zehnneun, zwanzig, zwanzigeins...
Eine Minifremdsprache in Rechnen, Mathematik und Naturwissenschaften
zu lernen, scheint da Erfolg versprechender. An ehesten wird es
sich im kaufmännischen, technischen, mathematischen und
naturwissenschaftlichen Bereich einführen lassen. Da
sollte das Problem umfassender diskutiert werden. Es
könnte eine zweite Alternative empfohlen werden.
Es geht zunächst einmal um bis zu dreistellige Zahlen. Statt
fünfhundertvierzigdrei könnte auch die Ziffernfolge
fünfvierdrei empfohlen werden. Fünfhundert
müsste dann fünfnullnull
werden. Das gleiche würde auch für Zahlen in Worten
gelten. Ob und wie die Tausender Potenzen vor und nach dem
Dezimalpunkt bzw. -komma gekennzeichnet werden, wäre die
nächste Frage. Auf Zehner und Hunderter würde ich so
weit möglich verzichten.
Nur international könnte das Problem der Tausender Potenzen vereinheitlicht
werden. Deutsch: Tausend Million, Milliarde, Billion,
Billiarde, ... Englisch: thousand, million, billion, trillion,
quadrillion, ... Hier ist das Deutsche konsequenter, aber wegen
der faktischen Vorherrschaft des Englischen, wäre die
Übernahme von dort wohl Erfolg versprechender.
Möglich wären auch die Zusätze zu den physikalischen
Einheiten, auch wenn es sich um bloße Zahlen handelt.
Kilo, Mega, Giga, Tera, Milli, Micro, Nano, Piko, ... oder die
Zehner-Potenzen, z.B. fünfvierdrei zehn hoch neun,
siebennullnull zehn hoch sechs. Dabei müsste man sich
einigen, wie die Zehnerpotenzen geschrieben werden sollten,
z.B. E für Exponent, E 9 oder E neun, E -6
oder E minus sechs. Da habe ich aber noch keine
überzeugende Idee.
Wenn die Größenordnung einer Zahl vermittelt werden
soll,
sind Darstellungen wie 5.2 Millionen Arbeitslose sinnvoll. Bei
sehr
großen und kleinen Zahlen versagt bei den meisten sowieso
das Vorstellungsvermögen. Da muss man dann nach passenden Vergleichen
suchen wie Bewohner einer Stadt, eines Landes.
Dies ist mein erster Versuch einer Darstellung des Themas, auf dessen
Formulierung ich ein wenig Stolz bin:
Die gesprochene Zahl und die Zahl in Worten.
Ich bitte Sie, mit mir zu diskutieren:
a) über den Inhalt, besonders wenn Sie anderer Meinung sind, b)
über die Form, besonders wenn Sie mit mir übereinstimmen.
Am Ende soll das Ziel klar verständlich dargestellt werden, das
auf einer möglichst breiten Basis Zustimmung und
Unterstützung
findet. Vielen Dank für Ihr Interesse.
Ergänzende Bemerkungen zum Kolloquium
Über die Benennung der Zahlen m Deutschen
19. Januar 2004
Es ist ohne Zweifel sinnvoll, nach einer Benennung von Zahlen zu suchen, die Missverständnisse und Fehler ausschließt.
Die Art, wie in der deutschen Sprache die Zahlen benannt werden, kann man nicht als inkonsequent bezeichnen. Nach der 10 wird mit elf (einlif) und zwölf (zweilif) - beide Zahlen bedeuten, `eins bleibt nach zehn` und `zwei bleiben nach zehn` - die Reihe der zweistelligen Zahlen begonnen, wobei in der Kombination die einstelligen zuerst genannt werden. Dieses Prinzip wird nach 20 konsequent fortgeführt. Die Zahlen `elf ` und `zwölf` wird man nicht ändern können und wollen und damit wohl auch nicht die Benennung bis einschließlich 19 (neunzehn). Das haben die Engländer auch nicht getan; aber 21 sind sie inkonsequent geworden und nennen von da an die Zehner vor den Einern (fünfundzwanzig / tewentyfive).
Der heutige Alltag bringt die Bürger auch nach ihrer Schulzeit mit langen Zahlen in Berührung ( z.B. Postleitzahl, Telefonnummer, Bankleitzahl, Kontonummer, Lottogewinnzahlen), die ausgesprochenen und unmissverständlich weiter gegeben werden müssen. Hierbei dürfte es weniger Fehler geben, als im Kolloquium angenommen wurde; denn die Zahlenfolgen werden nicht als ganze Ziffer ausgesprochen, sondern zahlenweise einzeln buchstabiert. Dabei segmentiert der Sprecher die gesamte Zahl nach eigenem Belieben in Einer-, Zweier oder Dreiergruppen. z. B. die Nummer der Feuerwehr: 1 1 1; die Postleitzahl: 44 797, die Telefonnummer: 79 18 42; die Kontonummer: 127 094 878 ( hier entfallen die Wörter `tausend`und `hundert´, es wird aber eigens die `Null ` genannt). Auch die Dezimalstellen hinter dem Komma werden einzeln benannt, also: 7,842 cm.
Der Wortcharakter der Kardinalzahl wird in der
deutschen Sprache
durch die Endsilbe -(z)ig von 20 (zwanzig) bis 99
(neunundneunzig) betont. Sie ist die Basis für weitere
Wortbildungen, z. B. mit
Anfügung noch einer Endsilbe. Das ist bei den Ordinalzahlen der
Fall. Bisher
sagt man `der einundzwan-zig-ste `. Soll es jetzt heißen: , der
zwanzigeinte `
oder `der zwanzigerste `oder `der zwanzigsteinte, bzw.
zwanzigsterste`? Wird Papst Paul XXIII dann der `zwanzigdritte´
oder `der
zwanzigstdreite`? Wie heißen jetzt, ´die 68er `? , die
sechzigachter`oder `die
sechzigsterachten`? Und wie sehen die Bruchzahlen aus? 1/25 heißt
bisher ein
fünfundzwan-zig-stel; wird daraus jetzt `ein
zwanzig(und)fünftel oder ein
zwanzigfünftel`. Und wie nennt der Münchner seinen Bus, den
bisherigen
`siebenundzwanziger`, fährt er jetzt mit, dem zwanzigsiebener`?
Manche Formulierungen klingen fremd und sind gewöhnungsbedürftig; aber bei der Bildung der Ordinalzahlen und den auftretenden Problemen sollte man den Rat eines erfahrenen Spezialisten der Wortbildung einholen. (Vorschlag: Frau Prof. Dr. Irmhild Bartz; Germanistisches Institut der Universität Leipzig).
Bochum, 20. Januar 2004 Siegfried Grosse
Betreff: siebzehn
Sehr geehrter Herr Gerritzen,
mit Interesse habe in den Zeitartikel "Zwanzigeins in Ost und West"
ueber Ihre Idee der zwanzigeins gelesen.
Ich hatte auch vor einiger Zeit darueber nachgedacht, dass es ein
interessantes
Experiment waere, solch eine Idee unter das Volk zu bringen. Uebrigens,
warum
fangen sie erst bei 21 an und nicht schon bei dreizehn? Auch ich hatte
erst bei
21 angefangen, und dann erst bemerkt,dass auch die Zahlen von 13 - 19
das
gleiche Phaenomen aufweisen, aber es nicht die gleichen Schwierigkeiten
"im Gehirn" ergeben. Eigenartig. Als
Experimentatorin, die sich um oekonomische Phaenome (experimentelle
Oekonomie
mit Zusammenhang mit Spieltheorie) und neuerdings mit Neuroscience
beschaeftigt,
haette ich grosses Interesse, die Ablaeufe im Gehirn zu studieren,
wenn die Sprechweise "richtig=einundzwanzig" oder "falsch= zwanzigeins"
benutzt wird.
Vielleicht
koennen sie dies hier als Anregung irgendwie verwenden,
Viel Erfolg bei Ihrem Experiment,
Rosemarie Nagelvon: B. R.
Gesendet: Mittwoch, 14.
Januar 2004 18:27
An: Lothar.Gerritzen@rub.de
Betreff: verdrehte Zahlen
Also hallo erst mal! Ich bin eine 16 jährige Schülerin und besuche die 10 Klasse des Ursulinengymnasiums in Bonn! Ich finde es total klasse, dass endlich mal einer über dieses problem nachdenkt! Denn als ich klein war habe ich alles von rechts nach links geschrieben! Einfach weil ich mir gedacht habe, wenn Rechtshänder von links nach rechts schreiben, muss du wohl von rechts nach links als Linkshänder! Ja und so ging das auch bei den Zahlen! Da hatte ich ja weniger Probleme! aber bis einem mal aufgefallen ist, dass ich alle Zahlen von rechts nach links schrieb, war es zu spät mir das abzugewöhnen! Ich schreibe noch heute die zahlen wie 32 erst die 2 und dann die 3! Und so geht das mit allen Zahlen, bis auf Dezimalzahlen! Ja die werden ja auch systematisch richtig gelesen!
Also ich würde eine
solche Revolution, dass beides gültig ist, für
wahnsinnig sinnvoll halten, auch weil wir bei Pisa so schlecht
abgeschnitten
haben!!!
Ein ganz großes Lob an sie!!!
mit freundlichen Grüßen B.R. Köln!
Von: Peter Kuhn
Gesendet: Samstag, 17.
Januar 2004 17:30
An: lothar.gerritzen@ruhr-uni-bochum.de
Betreff: Zahlenlogik
Sehr geehrter Herr Gerritzen,
eben habe ich in unserer Lokalzeitung von Ihrer Idee gelesen, "einundzwanzig" durch "zwanzigeins" zu ersetzen. Ich bin also mit diesem Gedanken doch nicht alleine auf der Welt! Als vierzigfünf-jähriger Vater von zwei Kindern weiss ich, wovon ich rede, besonders, wenn meine 5-jährige Tochter, linkshändig, statt 23 mal wieder 32 schreibt. Es ist einfach unlogisch. Als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens mit 350 Mitarbeitern weiss ich, wovon ich rede, wenn wieder mal eine Rückruf-Notiz mit "Zahlendreher" auf den Tisch kommt. Falls Sie daran denken, einen Verein zu gründen, der mit diesem Unfug aufräumt, dann merken Sie mich bitte schon mal als Mitglied vor. Der Bezug des Artikels auf unsere europäischen Nachbarn ist übrigens nicht so ganz konsequent. Auch die Engländer sprechen von "sixteen", da setzt die Logik also erst ab "twentyone" ein. Die Franzosen sind bis 79 zu verstehen. Danach wird es richtig häßlich, denn "92" sollte man ins Deutsche übersetzen mit "vierzwanzigzwölf". Für diese Sprache braucht man schon fast einen Taschenrechner!
Halten wir es doch besser mit den Spaniern, die richtig logisch sind.
Mit neunzigneun freundlichen Grüßen
Peter Kuhn
P.S.: Bitte Rückmeldungen an p.kuhn@wietmarscher.de
Von: David L. Knutson
[concertamerica@t-online.de]
Gesendet: Freitag, 6. Februar 2004 10:44
An: Lothar.Gerritzen@ruhr-uni-bochum.de
Betreff: Zwanzigeins....
Sehr geehrter Prof. Gerritzen!
Eben habe ich über Ihr
Theorie wie man Nummern "lesen" soll
gelesen....und musste wenigstens eine Zeile schreiben....
Vielen vielen DANK!!!
Als Amerikaner habe ich mich immer gewundert wieso man
"einundzwanzig" statt "zwanzigeins" sagt. Die
Deutschen sind sonst logische Denker! Die Amerikaner schreiben daur
aber...meine
Meinung nach...Datum falsch...also Monat/Tag/Jahr..... Viel
Glück...und ich hoffe wir haben bald eine Änderung in der
Mathematik....
David Knutson
Solist
Deutsche Oper Berlin
Von: Dorothee Wurtz
[dorotheew@affibody.se]
Gesendet: Freitag, 13. August 2004 16:20
An: Lothar.Gerritzen@ruhr-uni-bochum.de
Betreff: zwanzigeins; finde ich auch
Sehr geehrter Herr Gerritzen,
wie schön, dass sie auch für diese Aussprache von Zahlen sind.
Selbst lebe ich seit 20 Jahren in Schweden und spreche noch einigermassen gut deutsch (ich war 35, als ich hierher kam), aber das Benennen von zweistelligen Zahlen macht mir doch manchmal Schwierigkeiten. Und erst mal meine armen Kinder! Wir haben uns angewöhnt, Zahlen zifferweise zu buchstabieren , zB Telefon-nummern, weil es sonst fast immer zu Fehlern kommt.
Viel Erfolg
Dorothee Wurtz
Von: Holger Schaefers
[holger.schaefers@physik.uni-freiburg.de]
Gesendet: Freitag, 17. September 2004 10:10
An: zwanzigeins@ruhr-uni-bochum.de
Betreff: Weiter so!
Sehr geehrte Damen und Herren des Vereins Zwanzigeins e.V.,
nachdem ich schon vor einigen Monaten begeistert von Ihrer Idee
las, habe ich den Selbstversuch unternommen, meine Sprechweise zu
ändern. Das versuche ich immer noch, vor allem um meiner
3-jährigen Tochter
damit das Korrekte Verständnis des Dezimalsystems im Alltag
vorzudenken.
Ich muss zum einen sagen, dass es äußerst schwierig für
mich ist und ich gerade im Alltag immer wieder in die alte Sprechweise
zurückfalle.
Am schwierigsten finde ich die Umstellung von "elf" zu "zehn und eins"
und ebenso von "zwölf". Zum anderen kannte meine Tochter schon die
alte Sprechweise und war dementsprechend ein wenig verwirrt. Nach
einiger Zeit aber schien sie damit klar zu kommen und womöglich
hilft es
ihrem Verständnis, dass man eben zwanzig und eins genauso wie
einundzwanzig sagen kann.Ich möchte Sie hiermit ermuntern,
weiterhin für einen
Sprachwandel zu werben, denn in den 3 Jahren mit meiner Tochter habe
ich deutlich
sehen können, wie die Sprache das Denken beeinflusst. Ich
wünsche Ihnen viel Erfolg!
Mit freundlichen
Grüßen,
H. Schaefers
--
Holger Schaefers
Physikalisches Institut
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Hermann-Herder-Str. 3
79104 Freiburg
Germany
Antje Große Wentrup
e-mail: antje.grosse-wentrup@gmx.de
Sehr geehrter Herr Gerritzen,
leider habe ich die Ankündigung Ihres Kolloquiums ein paar Tage zu spät gelesen, sonst wäre ich gerne gekommen. Vor gut 10 Jahren habe ich bei Ihnen, Herrn Ehlich und Herrn Ewald das erste Staatsexamen abgelegt und hatte als weiteres Fach Französisch - dadurch viel ich in Mathematik oft als Exot auf, aber viele mathematische Lernschwierigkeiten von muttersprachlich deutschen Schülern sind sprachlicher Natur und so liegen die Fächer doch oft näher beieinander als der Laie annimmt. Nach dem 2. Staatsexamen habe ich 1 1/2 Jahre Förderunterricht für lernschwache und sozial benachteiligte Jugendliche in Gelsenkirchen gegeben, so dass ich das Problem des Kolloquiums sehr gut kenne. Seit 1997 bin ich Studienrätin im wirtschaftsgymnasialen Zweig des Berufskollegs am Wasserturm in Bocholt.
Aus der Erfahrung heraus kann ich nur bestätigen, dass viele Rechenfehler durch den deutschen Dreher der Zehner- und Einerstelle entstehen. Bei den meist nicht muttersprachlich deutschen lernschwachen Jugendlichen aus Gelsenkirchen war dieses Handicap extrem oft als Fehler zu sehen. In Übereinkunft mit den Ausbildern habe ich dann folgendes System eingeführt: Die Arbeitssprache ist und bleibt die deutsche Sprache mit einer einzigen Ausnahme: beim Kopfrechnen an der Tafel oder bei der Arbeit darf auch laut in der Muttersprache (meistens Türkisch) gerechnet werden, anschließend wird der Rechenweg erläutert und das Ergebnis deutsch mitgeteilt. Beim Übersetzen ist darauf zu achten, dass kein Drehfehler entsteht. Dieses System wurde von allen Auszubildenden und Ausbildern akzeptiert und die Rechenfehler reduzierten sich, nachdem die Fehlerquelle allen bewußt war und von den nicht mutters
Am Wirtschaftsgymnasium begegnet mir das Zahlenproblem im Französischunterricht: Auf Französisch kann man sehr gut rechnen, was ich jedem Kurs immer wieder in einer Experimentierstunde zeige, da keine Dreher vorkommen - aber beim Aufschreiben nach Diktat (Telefonnummern, Postleitzahlen etc.) hat das Französische erhebliche Tücken: quatre-vingt-douze = 92 läßt sich erst schreiben, wenn man die letzte Silbe gehört hat, genauso soixante-treize = 73. Der Sprecher spricht in dem Moment des Schreibens aber schon weiter und schon reicht der Kurzzeitspeicher nicht mehr. Unglücklicherweise ist es in Frankreich auch noch Tradition, Telefonnummern zweistellig zu diktieren. Demnächst werde ich mit den Schülern folgendes System probieren: Sobald sie soixante oder quatre-vingt hören, schreiben sie 6/7 bzw. 8/9 übereinander, die fehlende Ziffer anschließend dahinter und streichen die falsche Annah
Eine Sprachreform wäre bei uns sicher wünschenswert, allerdings müsste sie von der Mehrheit der Sprecher ausgehen, sonst scheitert sie wie die Rechtschreibreform. Als große Interessengruppen fallen mir spontan die steuerberatenden Berufe, die Vermesser (Verband: VDV), die Spediteure, dieVersicherungen ein. Vielleicht könnten die Verbände in einer gemeinsamen Studie mit den Sprachlehrforschern und/oder den Kognitionspsychologen den wirtschaftlichen Schaden beziffern, der durch die Fehlersuche von Drehfehlern entsteht.
Bildungspolitiker halte ich für ein solches Unterfangen für ungeeignet, sie werden zu schnell versuchen, aus der Sache kurzfristige parteipolitische Pluspunkte herauszuholen. Die Bevölkerung wird dann der Sache überdrüßig.
Eine Sprachreform kann immer nur durch die absolute Mehrheit der Sprecher durchgesetzt werden.
Zum Schluss noch einen kleinen Rückblick auf mein Algebra-Studium bei Ihnen: Man vergisst sehr viel, sehr schnell, aber ich erinnere mich noch daran, dass Sie für die Verkettung zweier Abbildungen eine andere Notation vor
geschlagen hatten xfg anstatt (g°f)(x). Dies haben wir auch bei Ihnen drei Wochen durchgeführt, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase konnte man die Notation auch gut schreiben und verstehen. Das ist ja auch ein Verdrehproblem - haben Sie denn auf diesem rein mathematischen Gebiet Mitstreiter für eine Notationsänderung gewinnen können? In den Schulbüchern findet man nur die althergebrachte Schreibweise.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir vor dem nächsten Kolloquium eine kurze e-mail senden könnten, damit ich zuhören kann. Stanislas Dehaene, Autor von "Der Zahlensinn oder Warum wir rechnen können" ISBN 3-7643-5960-9, würde ich gerne einmal hören - vielleicht können Sie ihn gewinnen.
Mit freundlichen Grüßen
Antje Große Wentrup
------ Forwarded Message Follows -------
Date sent: Wed, 17 Nov 2004
07:17:57 +0100
From: Karina Hoeveler <karinahoeveler@web.de>
To: zwanzigeins@ruhr-uni-bochum.de
Subject: Eine interessante
Vermutung
Liebe Mitglieder des Vereins Zwanzig-Eins,
Ich habe vor kurzen etwas gelesen das Sie bezgl ihres Vorhabens evtl.
interessieren bzw.in ihrer Annahme bestärken könnte und
dachte ich sollte es Ihnen nicht vorenthalten. Shigematsu, Iwasaki und
Koyama (1994) schrieben: "The Japanese numeration system is suitable
for these above methods because of a base of ten that is obvious by its
word names. Therefore,
Japanese mental computation is aided by our own numeration system. The
European numeration system, however, has several ways of presenting its
numbers orally. For example, consider the expression 93+18
In Japan ku-jyu san + jyu hachi (90+3) + (10+8)
In America ninety-three + eighteen (90+3) + (8+10)
In Germany drei-und-neunzig+ achtzehn
(3+90) + (8+10)
In France quatre-vingt-treize+ dix-huit
(4* 20+13) + (10+8)
The methods of mental computation are closely associated with the
unique oral language in each country. Our research and classroom
experience suggests that the language used with the numeration system
has much effort on the high level of achievement in mental computation
by Japanese students. There might be a common standard of mental
computation in the visual
mode because of the Hindu Arabic notational system. In practice some
Japanese children answered that they could compute with their heads
with the image of paper-and-pencil computation when we interviewed them
in our research. Each of them rounded numbers adequately and devised an
easy way to do so depending on their own capacity of computational
image. A cross-cultural study of the use of this technique would be of
interest." (Shigematsu, K., Iwasaki, H., & Koyama, M. (1994).
Mental
Computation: Evaluation, Curriculum, and Instructional Issues from the
Japanese Perspektive. In R. Reys & N. Nohda (Eds.), /Computational
Alternatives for the Twenty-first Century/ (pp. 19-30). Reston, Va:
National Council
of Teachers of Mathematics.
Vielleicht ist dies ein Ansatzpunkt, ich weiß nicht genau
inwiefern andere Länder sich bereits mit diesem Thema
auseinandergesetzt
haben, bzw. welche Informationen Ihnen schon vorliegen, aber ich dachte
dass sie diese Annahme und die Untersuchung die dahintersteht eventuell
interessieren würde. Ich bin sehr gespannt auf ihre späteren
Untersuchungsergebnisse
Liebe Grüße
Karina Höveler
Christine Todsen, Duisburg
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich bin der Meinung,
dass im Deutschen beide Zahlensprechweisen
gleichberechtigt nebeneinander existieren sollten. Interessant ist hier
ein
Vergleich mit dem Walisischen.
Das alte Zahlensystem dieser keltischen Sprache ist äußerst
kompliziert: z.B.
heißt 98 wörtlich übersetzt "zwei-neun und
vier-zwanzig" (2x9 +
4x20) und
99 "vier auf fünfzehn
auf vier-zwanzig".
Da das Walisische als bedrohte Sprache darauf angewiesen ist, von englischsprachigen Walisern als Zweitsprache erlernt zu werden, und eine Zahlensprechweise dieser Art abschreckend wirkt, wurde ein Dezimalsystem eingeführt, das noch logischer ist als das des Englischen. Es beginnt nämlich schon bei 11: undeg un (un = 1, deg = 10, also ´einszehn eins`). Die oben genannten Zahlen 98 und 99 heißen dementsprechend `nawdeg wyth` und `nawdeg naw`.
Obwohl das alte System noch
immer verwendet wird und beide Zahlensprechweisen
gleichberechtigt sind, ist das Dezimalsystem inzwischen auch bei
Muttersprachlern das gebräuchlichere.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
Christine Todsen
Peter Langheim, Thüringen
gestern las ich in der
"Thüringer Allgemeinen" (Ausgabe 1.3.05, T
C MZI) folgenden Artikel:
Verdreht
Mathematik-Professor Lothar Gerritzen aus Bochum hat den Kampf gegen
die
"verdrehte" Zahlensprechweise aufgenommen. Statt einundzwanzig sollte
es ihm zufolge besser "zwanzigeins" heißen. Die verdrehten Zahlen
seien nicht nur ein Lernhindernis für viele Grundschüler,
sondern erschwerten
vielen Ausländern auch das Erlernen der deutschen Sprache.
Ich kann dazu nur sagen "Bravo". Hinzufügen will ich zu den
Grundschülern und Ausländern auch die Berufsgruppe derer, die
viel oder
ausschließlich mit Zahlen zu tun haben.
Ich selber habe beruflich viel mit Rechnungs- und
Aufmaßerstellung und Prüfung
zu tun. Mir passieren immer wieder mal Zahlendreher, besonders in
Stresssituationen. Auch in den von mir geprüften Dokumenten
entdecke ich immer
wieder Dreher, die vermutlich durch die abweichende Schreib- und
Sprechweisen
entstehen. Auch die Beobachtung von Anderen bestätigen mir, dass
dieser Umstand
vielen Deutschen zu schaffen macht.
Teilweise war ich beim Prüfen von Zahlenkolonnen schon dazu
übergegangen die
Zahlen englisch herzusagen.
Woher kommt eigentlich die deutsche Sprechweise und wie ist der
aktuelle Stand
der Diskussion?
Z. d. R.
Hallo zwanzigeins,
hab grade das interviu in der SZ gelesen.
Gute idee, für die richtigkeit der zalen einzutreten, hab mich als
ausländer schon öfters da verheddert und kann auch von
fällen
erzälen, wo das bei deutschen passiert is. In mainem ersten buch,
"fom winde ferfeelt",
erzeel ich aine lange geshichte auf ultradoitsh. Das ultradoitsh-S
(seriös) ferainfacht nur di Rechtshraibung, aba es gibt auch am
ende des buches
ain
ultradoitsh-U (unseriös), bai de de gramatik entshlakt werd. Un da
shraib i au zwanzig ain, firzig drai. So wait, das i zenains, zenzwai,
zwaizen
sex usw shraib, hat i nit kommen, for allu wail dann draizen nit 13
sondan
30 wer. Das mach ich nur in maim IPI (Internasional Pijin Inglish), bai
dem i "ti" für 10 nem, dann ti un, ti tu, ti tri, ti fo, ti fif,
ti six,
ti seven, ti eit, ti nain, tuti, tuti un, tuti tu, triti, foti, fifti,
sixti, etc scrib.
Apropos, Norwegen hat glaub ich Ende der 70er Jahre umgestellt. In den
Schulen hat man ab irgendwann so gelernt und fertig. Die aelteren
sagden Midde der 80er Jahre immer noch "for og fortig" (/foroforti/),
die
Jüngeren sagen "fortig for". Wisst ir warschinlig schon, aber i
hab de argument
im interview fermisst, weil man da de "puristen" frage kan, ob se menen,
norwegisk ar en kulturlose språk, weil man nu dort "fortig for"
sag.
Der Herr Gerritzen sagt, in Belgien und in der Schweiz spricht man
"inzwischen" otante und nonante für 80/90, aber das is nix neues,
das war schon immer so, direkt aus dem lateinischen. Die franzosen
hatten es
auch so und ham irgendwann mal gedacht, sie machen mal ein
spässchen mit
irer sprache.
Vil erfolg bei euren bemüungen!
Z. d. R.
Susan Houlton
A belated "thank you" for the interview. We here in the English Service of DW-Radio are delighted that, thanks to your efforts, perhaps on day the German language will become a little less complicated!
With the best wishes S.H.
Lothar Troeller
ich lese gerade in der
Süddeutschen.
de Ihr Interview. Alle Achtung! Bisher habe ich immer geglaubt, unsere
Zahlendreher hinnehmen zu
müssen, und
als Mathelehrer
in Deutschland war das für mich noch kein Problem, aber seit zwei
Jahren
Lehrertätigkeit in New York, ich mache zunehmend Fehler, manchmal
in Englisch, manchmal
dann aber
auch in Deutsch, wenn ich z. B. mit Deutschen telefoniere. Ich stelle
gerade
fest, dass das auch für meine Grammatik zutrifft... Ja, die
Belgier und frankophonen Schweizer verändern ihre
Zahlen-Sprechweise.
Und für die Amerikaner hätte ich auch einige
verbesserungswürdige Dinge wie z.
B. der Division... Wir könnten so viel voneinander lernen, wenn
wir nur wollten.
Viele Grüße und nochmals vielen Dank für Ihre Initiative.
Lothar Troeller
Sehr geehrter Professor
Gerritzen,
mit Interesse habe ich den Artikel in der Online - SZ über die
Zahlsprech-Reform gelesen. Grundsätzlich halte ich diese
Initiative für sehr sinnvoll. Ich möchte Sie darin
bestärken, dieses voranzutreiben und hoffe, dass Sie auch in der
lobby-verknöcherten deutschen Gesellschaft Gehör finden.
Eine Anmerkung meinerseits:
Die Tatsache, dass eine Firma ihre Mitarbeiter anhält, Zahlen nur
noch englisch auszusprechen, ergibt zwar einen Vorteil hinsichtlich der
Fehleranfälligkeit bei Übertragung vom schriftlichen zum
mündlichen oder umgekehrt. Allerdings sind auch im Englischen
"Zahlsprechdreher" enthalten: von 13 (thirteen) bis 19 (nineteen) und
alle Zahlen, die diese in den letzten
beiden Dezimalstellen enthalten (also, z.B. 113, 2017, ...). Meiner
Meinung nach gibt es im Englischen auch noch eine andere Fehlerquelle
bzgl. der Übertragung: die phonetische Ähnlichkeit von 13 bis
19 zu 30, 40, .... , 90.
Ich denke, dass eine Zahlsprech-Reform dann sinnvoll ist, wenn Sie
durchgängig und in sich stimmig ist, d.h. ohne Ausnahmen definiert
wird. Das bedeutet: 13 müsste dann "Zehndrei" genannt werden.
Viel Erfolg mit Ihrem
Vorhaben !
Mit freundlichen Grüßen,
M. Q.
Ruth Bruns
ich war 30 Jahre als Grundschullehrerin tätig. Heute las ich in der Oldenburger NWZ eine kurze dpa-Notiz, dass Sie den Kampf gegen die "verdrehte Zahlensprechweise aufgenommen hätten. Ich kann nur aus vollstem Herzen zustimmen: Gerade lernschwache Kinder haben mit dieser verdrehten Sprechweise große Schwierigkeiten. Und leider wird ihnen die für sie so nötige optische Darstellung der Zahlen erheblich erschwert, denn vier-und-dreißig lässt sich für diese Kinder schwerer legen als dreißig und noch vier dazu. Nach vielen Jahren Erfahrung hatte ich den Mut, diese Kinder einfach "spanisch" sprechen zu lassen, es war ein Spiel in der Klasse: einige reden spanisch, aber wir verstehen sie alle. Aber es war ein Kampf gegen Eltern und Kollegen, denn die waren (oder sind?) nicht zu ungewöhnlichen Methoden bereit.
Jens Kleimann
Sehr geehrte Damen und
Herren,
mit Interesse habe ich von Ihrer Initiative
http://www.verein-zwanzigeins.de Kenntnis erlangt. Nach einem
kurzen Moment des anfänglichen Wunderns leuchtete mir die
Sinnhaftigkeit
Ihres Ziels unmittelbar ein, besonders nach einigen kleinen
"Selbstversuchen".
Es wäre vielleicht nützlich, wenn die Erläuterungen zum
geplanten neuen System (evtl. auf einer Unterrubrik Ihrer Seite)
noch etwas mehr
ins Detail gehen würden, da sonst die Verallgemeinerung der drei
Beispiele auf den Zahlenraum 11...19 nicht völlig klar wird. So
scheint auch unter den Verfassern der auf Ihrer Webseite
veröffentlichten Zuschriften eine gewisse Uneinigkeit zu bestehen,
ob z.B. die neue Sprechweise bei 13 oder schon bei 11 (als "zehneins"
bzw. "zehnundeins") einsetzen sollte, oder gar noch später. Die
Anlehnung an
andere Sprachen führt hier nicht weiter, da bekanntlich z.B. die
Spanier bis 15, die Franzosen bis 16 und die Engländer und Russen
bis 19
gehen, bevor die unverdrehende Sprechweise einsetzt.
Auch besteht das Argument der Reformgegner, es könnte nun zu
Verwechslungen bei Brüchen kommen, wenn z.B. 24/7 als
"zwanzigvier Siebtel" gelesen und demnach als 20 plus 4/7 verstanden
wird.
Würde man hier das Muster "zwanzigUNDeins" statt der
vorgeschlagenen
Lösung "zwanzigeins" wählen, hätte man in dieser Sache
den
bisherigen Grad an
Fehleranfälligkeit zumindest nicht erhöht. (Es wäre dann
zwanzigundvier Siebtel = 24/7, aber zwanzig vier Siebtel = 20+4/7.)
Das eingeschobene Wort "und" macht also den Unterschied und ist dann
zwingend notwendig, ebenso wie im jetzigen System, wo man nur dadurch
24/7 von 4+20/7 unterscheiden kann. Es wäre schön, wenn auf
Ihrer Seite (etwa im Rahmen von "Frequently Asked Questions" o.ä.)
auch auf
solche Probleme eingegangen würde. Die Wahl Ihres Vereinsnamens
lässt mich vermuten, dass Sie entweder eine bessere Lösung
gefunden haben,
oder aber dem Problem eine untergeordnete Bedeutung zumessen. In jedem
Fall bin ich sehr an Ihrer Ansicht interessiert.
Ich möchte Ihrem Verein abschließend alles Gute und viel
Erfolg bei dieser Aufgabe wünschen. Vermutlich wird einige Zeit
vergehen, bis
Ihre (nicht geringen) Bemühungen Wirkung zeigen. Dass unsinnige
Konventionen leider nicht von selbst verschwinden, wird ja durch das
Paradebeispiel der alljährlichen Umstellung Sommer-/Winterzeit
bestens belegt.
Mit herzlichen Grüßen
Dipl.-Phys. Jens Kleimann
Theoretische Physik IV
Ruhr-Universität Bochum
Marin Wittstock, Bonn
Sehr geehrte Damen und
Herren,
ich finde es wirklich erstaunlich, mit welchem Unsinn sich heutzutage
alle möglichen Vereine beschäftigen. Glauben Sie nicht, dass
es wirklich wichtigere Probleme gibt? Was sollen die Chinesen denn
sagen mit ihren ca. 3.000 Schriftzeichen. Sollen die wegen der
Ausländer oder der Kinder, die zu dumm sind, ihre Sprache
aufgeben. Ich hoffe jedenfalls, dass sich nicht
zu viele Leute mit dem Unsinn Ihres Vereins beschäftigen.
Gruß
Wittstock
Gabi Knauth
Sehr geehrter Verein Zwanzigeins,
Ich lebe mit meinen drei Kindern in den USA and sie gehen hier auf eine
lokale Schule.
Das Probelm der Zahlendrehung im deutschen beim sprechen ist den
Kindern schon bevor sie in die Schule kamen ( ca. 4 Jahre) bewusst
gewesen und sie konnten und koennen alle damit umgehen. Sprich die
Zahlen sowohl auf deutsch als auch auf englisch korrekt aussprechen.
Das gleiche gilt wenn sie rechnen. Ich wuenschte wir haetten keine
groesseren Probleme auf dieser Welt als
wie man Zahlen ausspricht . Mir ist ausserdem aufgefallen, das sie auf
ihrer Meinungsseite
ausschliesslich postive Stimmen zitieren. Dies sieht mir doch sehr nach
Zensur aus. Ich hoffe instaendig, das sie nicht mit dieser Idee
durchkommen. Das
ist eindeutig groesserer Humbug als die Rechtschreibreform.
Mit freundlichen Gruessen
Gaby Knauth
Sehr geehrter Herr Gerritzen,
Sehr geehrte Damen und Herren (des Vereins 21)
Sie haben das sicher schon oefters gehoert, aber ich moechte kurz auf
Ihr Anliegen, einer Verdrehung der bisherigen "Zahlsprechweise"
eingehen. - Im SZ-Artikel vergleichen sie etwa das Erlernen der
chinesischen
Sprache mit dem Erlernen der Deutschen Sprache. Das alleine halte ich
schon fuer auserst fragwuerdig, da die chinesische Sprache in NICHTS
der Deutschen aehnelt, es handelt sich um eine Wortsprache.
- 2. Wo kaemen wir hin, wenn wir aufgrund der leichteren Erlernbarkeit
fuer Auslaender unsere Sprache aendern? Sprachen erlernt man nicht,
indem
man sie abschafft. Da koennten wir gleich noch die Gross-Schreibung,
die Verb-Endstellung und die starken Verben mit abschaffen. - Sprache
ist
kein Politikum. Sprache ist auch kein Objekt mathematischer
Betrachtung. Zahlen sind keine Buchstaben, "Logik" ist kein Kriterium,
dass man an eine organische Struktur wie die Sprache anlegen kann.
Sprache defniert sich ueber das Anders-Sein, die Einzigartigkeit. Im
Gegensatz
zur Vermassung und Gleichschaltung der Kulturen, die sie als
wuenschenswert betracheten, ist Einzigartigkeit ein Teil unseres
Wertehorizonts.
- Wo bitte ist die franzoesische "Sprechstruktur" (was fuer ein Unwort)
international gebraeuchlich?
- Auf dem Altar der Wirtschaft mit ihren angeblichen Beduerfnissen
alles Kulturelle zu opfern, ist ja auch nicht gerade erstrebenswert und
dass Tendenzgutachten angeblich bewisen, dass deutsche Kinder aufgrund
der "unterentwickelten" deutschen Sprache Probleme mit dem Rechnen
haben,
ist ins Reich der Fabeln zu verweisen. Die groessten Mathematiker
kommen,
soweit ich mich erinnere, nicht selten aus dem deutschen Sprachraum.
- Vielelicht moechten Sie ja Ihre Vorstellungen einmal in Bamberg mit
den dortigen Germanisten diskutieren. Die Fachschaft Sprach-und
Literaturwissenschaften wuerde sich sicher sehr geehrt fuehlen, zu
diesem Thema eine Diskussion zu organisieren, zumal Sie ja sagen, dass
ueber
dieses Thema zu wenig diskutiert wird.
Karl-Heinz Kaulich
Die Mathematik ist eine exakte Wissenschaft. Also müßten auch alle mathematischen Operationen und ihre Benennungen exakt und logisch sein. Allerdings ist das im Deutschen nicht der Fall. So zählen wir z. B. nach Zehn Elf, Zwölf, aber nach Zwanzig Einundzwanzig, Zweiundzwanzig, und nach Dreißig Einunddreißig, Zweiunddreißig. Ebenso zählen wir von den höheren Werten zu den niederen, bis zu den Hunderten, dann springen wir auf die Einer und dann auf die Zehner, warum? Es gibt Personen, die in dieser Reihenfolge schreiben, d. h. sie schreiben die Hunderter und lassen dann einen Platz, um dann die Einer zu schreiben und in den freigelassenen Platz dann die Zehner. Dass heißt, dass sie diese "unlogische" Reihenfolge nicht verinnerlicht haben. Jetzt leben wir im Zeitalter des Zusammenwachsens Europas, der Globalisierung, Deutsche gehen ins Ausland, Ausländer kommen nach Deutschland, Ausländer sollen Deutsch lernen. Und damit beginnen die Probleme! Dass wir bisher diese vertrackte Sprechweise hatten, besagt ja nicht, dass es so zweckmäßig war.
E-Mail vom 05. Februar 2007
Liebe Mitglieder des Vereins Zwanzigeins,
ich bin auf sie und ihr Anliegen durch einen Bericht im Rundfunk
aufmerksam geworden und finde diese Idee in einem Versuch getestet
werden und bei Erfolg grundsätzlich umgesetzt werden.
Allerdings hat die von Ihnen propagierte Variante "Zwanzigeins" meiner
Meinung nach noch einige Nachteile gegenüber der Variante
"Zwanzigundeins", die ja in zahlreichen Sprachen vorherrscht:
1) der Klang ist ohne das "und" abgehackt und unbehaglich,
2) durch das "und" wird eine direkt erkennbare Zuordnung von Zehnern
und Einern vorgenommen, die das Erlernen für Kinder vereinfachen
dürfte da bei größeren Zahlen sofort der Übergang zum nächsten
"Tausenderblock" erkennbar ist, 3) Abschneiden der letzten Ziffer
einer Zahl wäre sofort erkennbar an einem einsamen "und" am Ende ohne
nachfolgende Ziffer.
Ich denke hier sollte noch eine Diskussion stattfinden, um zu prüfen,
welche Variante sinnvoller wäre.
Über eine Rückantwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Bornefeld
E-Mail vom 07. Februar 2007
E-Mail vom 07. Februar 2007
herrn professor Lothar Gerritzen sehr geehrter herr professor Gerritzen, ich habe ihre interwievs im WDR2 am Montag und heute gehoert. ihre forderung, von 21 bis 99 die sprech-weise im Deutschen umzukehren, habe ich als eine meiner vielen aenderungs-vorschlaege fuer die Deutsche rechtschreibung und -spreche im programm. ich weiss leider, dass solches ansinnen lang-atmig, und sogar oft frustrierend ist. aber ich bitte, in ihrem ansinnen nicht nach-zu-lassen. ich fordere sie sogar auf, mit ihrer kompetenz die sache noch staerker zu betreiben. die vielen im Deutschen geltenden regeln (auch jene, die sie bekaempfen) muessen muehsam gelernt werden, und lenken von Pythagoras und binomischer formel ab. das ergebnis kann leider bei PISA nach-gelesen werden. mit freundlichen gruessen, :-)Hajo Garbe
E-Mail vom 07. Februar 2007
Guten Tag, Dass man die nichtzusammengesetzten Zahlwörter elf und zwölf aus praktischen Gründen nicht antasten will, verstehe ich ja. Aber ist es nicht etwas halbherzig und stark auf die englische Aussprache geschielt, dass man zwar zwanzig-drei sagen soll aber drei-zehn? Viele Grüße Marko Langer
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