Zur  Sache - eine Stellungnahme des
Vereins ZWANZIGEINS e.V.


Abweichend von den meisten Europäischen Ländern sind in den deutschsprachigen Ländern Deutschland,
Österreich und der deutschsprachigen Schweiz die Schreibfolge - von links nach rechts-
und die Sprechfolge - von rechts nach links - für den Zahlenbereich
von 21 bis 99 und für alle daraus folgenden Zahlenverbindungen festgelegt.

Länder wie z. B. Norwegen haben hingegen in den 50er Jahren aus vielen negativen Erfahrungen
die Konsequenzen gezogen und die Sprechfolge der Schreibfolge angepasst, d. h. aus

- einundzwanzig (norwegisch ursprünglich) wurde
- zwanzigeins (norwegisch neu).

Die angelsächsischen Länder haben diesen Schritt im wesentlichen schon im 16. Jahrhundert vollzogen.


Die Walliser führten in der Mitte des 19. Jahrhundert ein der chinesischen Zählweise ähnliches neues System ein.
Hinweise auf die verschränkte Schreib-/Sprechweise sind heute in Deutschen Rechenschulbüchern zumeist selten zu finden.
Immerhin übergehen viele neuere Schulbücher dieses Faktum und nur Lehrerinnen und Lehrer und die Lernenden
bewältigen diese Klippe- keiner weiß so recht wann, d. h. in welcher Altersstufe der Kinder und wie.


Nur indirekt - als Spitze des Eisbergs - wird das Thema akut, wenn bei leseschwachen Kindern (Legasthenikern)
und rechenschwachen Kindern (Dyskalkulikern) das Räderwerk des Lernenden ins Stocken gerät.


Dabei wäre alles recht einfach. Schon 1520 haben Rechenmeister Jakob Köbel in Oppenheim
und etwa gleichzeitig der berühmte Adam Riese den Schlüssel zur Behebung dieses Mangels ins Schloß gesteckt.


Adam Riese schreibt: (Zitat aus "Linienrechnen und schriftliches Rechnen mit Zahlen, Maßen und Gewichten im  Kaufhandel aller Art")
Und du sollst wissen, daß eine jede unten gesetzte Ziffer an der letzten Stelle, d. h. rechter Hand,
ihren eigenen Wert hat, an der zweiten Stelle von rechts den Wert von ebenso vielen Zehnern,
an der dritten von so vielen Hundertern und an der vierten von so vielen Tausendern.
Das merke dir in diesen Worten: eins / zehn / hundert / tausend.
Von rechts zähle nach links, und von links sprich aus nach rechts wie hier:

                         links        7               8             9            5        rechts
                                    tausend    hundert     zehn       eins


Und Jakob Köbel hat Zahlentafeln angegeben, in denen er umgekehrte Zahlensprechweisen ab 21 vorschlägt.
Warum niemand den Schlüssel  zur Änderung der Sprechweise im deutschsprachigen Bereich herumgedreht hat,
ist bisher nicht erklärt worden.


Die Folgen sind tagtäglich spürbar.

- Hörfehler
- Denkfehler
- Sprechfehler
- Schreibfehler
- Lesefehler

Eine Analyse des Zahlenbereichs von 21 bis 99 beim Schreiben Lernen zeigt die erste Ursache für diese Anfälligkeiten.
Hören, Denken, Sprechen und Lesen laufen bei diesen Zahlen gegen den erlernten Schreibfluss von links nach rechts.
(Anlage 1)


Spätestens beim Wählen z. B. von Telefonnummern oder beim Tippen auf die Tasten einer Schreibmaschine
oder eines Computers wird die Anfälligkeit der Eingabe z. B. gegen "Zahlendreher" offenkundig.


Viele hieraus resultierende Fehler im Alltag wären vermeidbar, wenn man etwa an den Schulen - zusätzlich zu den
hergebrachten Sprechweisen "einundzwanzig ff" die Sprechweise "zwanzigeins ff" - zunächst als Schulversuch anbieten könnte.
Den Kindern könnte man es dann überlassen, welche Sprechweise sie anwenden.


In einer begleitenden Fernsehaktion könnte der neue Sprechansatz im 
Zahlenraum 21 - 99 allgemeinverständlich  verbreitet und erlernt werden.


Erfahrungen, die man in den 50er Jahren in Norwegen bei der Änderung der Sprechweise
ab der Zahl 21 gewonnen hat, sollten bei dieser Aktion genutzt  werden.


All diesen Fragen stellt sich der an der Ruhr-Universität-Bochum  RUB im Jahre 2004 gegründete Verein
"ZWANZIGEINS  E.V.".
Er verspricht sich eine enge Zusammenarbeit mit Schulen
und den bestehenden Fördereinrichtungen auf allen Ebenen sowie den Eltern. Sie sind neben den Kindern
die Hauptansprechpartner der Änderung der Sprechweise.


Daneben steht die Wirtschaft, vertreten durch IHK, BDI, Handwerks-Kammern und ihre Mitglieder,
die als Leidtragende die wirtschaftlichen Folgen von Zahlendrehern und Missverständnissen vermutlich in
vielfacher Millionenhöhe zu tragen haben und damit wir alle.


Erste Bemühungen, die Politik auf die Möglichkeit einer zweispurigen und zunächst
versuchsweisen Lösung des Problems der gekreuzten Sprech- und Schreibweise hinzuweisen,
sind bisher noch nicht vielversprechend. Die Ergebnisse der PISA - Studie
sollten die Bildungspolitiker jedoch hellhörig machen.


Haben Sie zu "zwanzigeins 21" einen Beitrag, so wenden Sie sich bitte
an

Verein Zwanzigeins e. V.
Prof. Dr. L. Gerritzen
Fakultät für Mathematik
Ruhr-Universität Bochum
44780 Bochum


Verfasser: Walter W. Jacob, Ratingen, Oktober 2006