Inhalt:
1. Westfälische Rundschau
2. Kölner Stadt-Anzeiger
3. W A Z Bochum
4. Süddeutsche Zeitung
5. Ruhr Nachrichten
6. Express Köln
7. Bildzeitung Siegen
8. Bildzeitung Essen
9. Ruhr Nachrichten
10. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
11. Focus Nr. 5
12. FACTS : Das Schweizer
Nachrichtenmagazin
13. GEO Lino
14. Zeitung "Volkskraut" (Niederlande)
15. "Die Zeit"
16. Esslinger Zeitung
17. Recklinghäuser Zeitung
18. W A Z
19. Hamburger Abendblatt
20. Readers
Digest
21. Eltern
22. Schweizerischer
Verein für die deutsche Sprache -Sprachspiegel – 62. Jahrgang 2006
23.
Gehirn und Geist
24. Die Glocke
25.
Welt am Sonntag
1. Westfälische Rundschau Dortmund vom 13.01.2004
Guten Morgen
zwanzigeins statt einundzwanzig?
Eine Reform der Aussprache von Zahlen im Deutschen hat der Bochumer Mathematikprofessor Lothar Gerritzen gefordert. Deutsche Schülerinnen und Schüler, aber auch deutsch lernende Ausländer seien benachteiligt, weil sie "einundzwanzig" sagen müssten statt "zwanzigeins", wie es im Englischen und im Französischen und den meisten anderen modernen Sprachen der Fall sei, erklärte gestern der an der Ruhr-Universität lehrende Gerritzen. Der Professor fordert eine Reform: "Unser Sprachgebrauch muss sich um die unverdrehte Variante erweitern: Es sollte möglich sein, im Unterricht das englische twentyone einfach in zwanzigeins zu übersetzen."............................
DE U T S C H E S Z Ä H L S Y S T E M
Unsere Verdrehte Aussprache
von ISMENE POULAKOS
Verwirrend, verdreht und eigentlich komplett verrückt. Diese wenigen schmeichelhaften Worte benutzt Mathematikprofessor Lothar Gerritzen, wenn er sich über die deutsche Art aufregt, Zahlen auszusprechen: Einundzwanzig statt zwanzigundeins- das sei unlogisch und mache das Deutsche unnötig kompliziert: "Wir lesen von hinten nach vorne", klagt der Bochumer Forscher. Bei Zahlen vom Tausenderbereich an gehe dann alles kreuz und quer durcheinander. ..............
3. WAZ-Bochum, vom 14.01.2004
von Matthias Schmeing
17 und 4 ist nicht einundzwanzig
Logisch geht es in der Mathematik zu.
Kaum kommt es aber zur
Schnittmenge aus
Sprache und Zahlen, bleiben die strengen Regeln auf der Strecke-
zumindest im
Deutschen. Beispiel gefällig? 17 und 4 sind 21. Klar, aber warum
schreiben wir
"einundzwanzig"? Wenn es doch "zwanzig-eins" heißen
müsste- und es im Englischen (twenty-one) und Französischen
(vingt-et-un) auch
heißt. Die verdrehte Zahlenwelt wurmt Prof. Dr. Lothar Gerritzen
von der
Ruhr-Universität Bochum. "Es ist nicht auszuschließen, dass
deutsche
Schüler einen Nachteil im internationalen Vergleich haben." Zudem
könne
in Länder übergreifender Kommunikation wirtschaftlicher
Schaden durch
Zahlendreher entstehen. ...........................
Das Streiflicht
(SZ) Das ganze Elend begann mit dem Turmbau von Babel, der dem Herrn so missfiel, dass er herniederfuhr, um die Sprache der Menschenkinder zu verwirren und diese selbst über die Erde zu zerstreuen. Seitdem haben wir nicht nur etliche tausend Sprachen, sondern auch das Problem, dass man von der einen in die andere meist nicht übersetzen kann. Was haben die Deutschen bei der Sache abgekriegt? Im 16. Jahrhundert behauptete Johannes Goropius Becanus, das Deutsche sei von den Vorgängen nicht betroffen gewesen, weil die ersten Deutschen beim Turmbau nicht mitgewirkt hätten. Wahrscheinlicher ist, dass sie an vorderster Front dabei waren und dafür eine Extrastrafe bekamen. "Wohlan", könnte der Herr gesagt haben, "lasset uns zusätzlich ihre Zahlwörter durcheinander bringen, auf dass sie bis ans Ende der Tage einundzwanzig sagen müssen, wo die Engländer twentyone sagen, die Russen dwatzat odin, die Franzosen vingt et un und die Schweden tjugoen." Ein Team um den Bochumer Mathematikprofessor Lothar Gerritzen befasst sich mit dem "deutschen Zahlenaussprechsystem", vornehmlich unter dem Aspekt, dass das deutsche mit dem englischen bzw. internationalen System nicht kompatibel ist und sich daraus Probleme in der Kommunikation, wenn nicht sogar wirtschaftliche Schäden ergeben. ......................
5. Ruhr-Nachrichten vom
16.01.2004
Zwanzigeins - Verdrehte Sprache, schwere Sprache
Ankündigung des Kolloquiums
"Das deutsche Zahlenaussprechsystem"
Die Reform ist aus zwei Gründen erforderlich. Wirtschaftlich, weil
die Gefahr von Verwechselungen und Fehlern bestehe. Vor allem aber aus
didaktischer Sicht. Es ist nicht auszuschließen, dass deutssche
Schüler einen Nachteil im internationalen Vergleich Vergleich
haben.
6. Express, Köln vom 16. Januar 2004
von SOLVEIG GIESECKE
Auch das noch!
Müssen wir alle neu zählen lernen?
Bochum- Haben Sie Lust auf noch eine Reform? Kein Problem. Wir sprechen nämlich unsere Zahlen falsch herum aus, sagen einundzwanzig statt zwanzigundeins. Und das wollen Wissenschaftler korrigieren- zumindest an Grundschulen. Unsere Zahlen-Sprechweise beruht auf einer Art Betriebsunfall, meint der Bochumer Mathematik-Professor Lothar Gerritzen. "Als vor etwa 1500 Jahren das lateinische Zahlensystem durch das arabische abgelöst wurde, haben andere Länder die Aussprache der Zahlen korrigiert", so der Wissenschaftler. "Nur die Niederländer und wir nicht." Noch heute erschwere der Föderalismus einheitliche Bildungs-Reformen. So hat der Bochumer Wissenschaftler alle Kultusminister der Länder angeschrieben, um auf seine Initiative aufmerksam zu machen. "Ziel ist, dass wir zumindest in einem Bundesland einen Modellversuch an einer Grundschule mit der geänderten Sprechweise der Zahlen durchführen können", so Gerritzen. ................
Müssen wir jetzt alle neu zählen lernen?
von Martina Kleinsimlinghaus
Zwanzig statt einundzwanzig? "Wir sprechen unsere Zahlen falsch
herum
aus", meint Professor Dr. Lothar Gerritzen (62). Wir Deutschen sagen
einundzwanzig, der Engländer: "twenty one" (zwanzig eins),
Italiener:"vent´uno (zwanzig eins) und der Franzose: "vingt et
un`) (zwanzigundeins).
Die sind viel logischer. Unsere Sprechweise ist total verdreht. Wir
lesen ja
auch von links nach rechts." Der Wissenschaftler, der seit 1976 an der
Ruhr-Uni Bochum lehrt, fordert jetzt, die unverdrehte
Zahlen-Sprechweise der
anderen Länder in Deutschland populär zu machen.
....................
8. Bild-Zeitung Essen, vom 20.01.2004
von M. Kleinsimmlinghaus
Heißt es bald: Zwanzig eins statt einundzwanzig?
"Wir sprechen unsere Zahlen falsch herum aus", meint Professor Dr. Lothar Gerritzen (62). Wir Deutschen sagen einundzwanzig, der Engländer: twenty one" (zwanzigeins), Italiener: "vent uno (zwanzigeins) und der Franzose: "vingt et un" (zwanzig und eins). Der Wissenschaftler, der seit 1976 an der Ruhr-Uni-Bochum lehrt, fordert jetzt, die unverdrehte Zahlensprechweise der anderen Länder in Deutschland populär zu machen: "Wir sollten in den Grundschulen damit beginnen, können so Lernbehinderungen beseitigen." ................
9.
Ruhr-Nachrichten vom 20.01.2004
"Deutsche Schüler haben Nachteile"
Kolloquium zum
"Zahlenaussprechsystem"
10. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 25.01.2004
"Freitag der Zehndritte hat Zwanzigvier Stunden"
Rechtssprechreform: In Bochum wart dieser Tage ein Kolloquium die
Frage auf: Sprechen wir auf deutsch die Zahlen sinnvoll aus?
11. FOCUS Nr. 5 vom 26.01.2004
Interview
Dreihundertzwanzigsechs
Mathe-Prof. für Zahlenrevolution
FOCUS: Sie wollen die Nennung der Zahlen verändern. Ginge es nach Ihnen, hieße es künftig zwanzigsechs statt sechsundzwanzig. Was soll das?
Gerritzen: Die bisherige Praxis ist unlogisch und unnötig kompliziert. Nehmen wir etwa die Zahl 54 321. Wer sie ausspricht, beginnt mit der zweiten Ziffer, geht zurück zur ersten, springt zur dritten, dann zur letzten, und zum Schluss kommt die vorletzte Ziffer.
Focus: Und wo sehen Sie da Nachteile?
Gerritzen: Das System benachteiligt unsere Schüler. Der
Engländer
sagt - wie einfach - twentysix, die Französin vingt-six. Besuchen
Sie mal eine
deutsche Grundschulklasse - die Kinder haben es schwerer, mathematische
Grundmuster frühzeitig zu erkennen.
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12. FACTS vom 12. Februar 2004
von Annette Leßmöllmann
Die Rechung ohne das Kind gemacht
Vierzigfünf statt fünfundvierzig - eine Sprachreform soll Schülern das Rechnen erleichtern. Die Zahlen würden so gesprochen, wie sie geschrieben werden.
Die Auskunft am Telefon ist eindeutig: <Haus Nummer siebenunddreissig>. Eilig kritzelt die Hand erst die 7, dann die 3, schon ist er passiert, der Zahlendreher, mit dem wir unseren Alltag ziemlich durcheinander bringen können. Schuld daran ist die deutsche Sprache. Sie verlangt, dass erst die Einer, dann die Zehner genannt werden. Während die geschriebenen Ziffern strikt von links nach rechts laufen, hüpfen wir sprachlich ständig vor und zurück - wie in zweihundertsiebenundfünfzig. Kaum eine andere Sprache verlangt das von ihren Sprechern. Deswegen ruft der Bochumer Mathematiker Lothar Gerritzen nach einer Aussprache-Revolution. Er schlägt vor, dass wir in Zukunft zwanzigeins statt einundzwanzig sagen - so wie Englisch twenty-one, Spanisch veintiuno, Polnisch dwadzie`scia jeden. Gerritzen weiss, das sein Vorschlag skurril anmutet. Doch er verweist auf das Problem der verdrehten Regeln: >Wir benachteiligen unsere Kinder damit.> Er bekommt Unterstützung von Michael von Aster, Psychater am Zentrum für Neurowissenschaften der Universität Zürich, der die Rechenschwäche bei Primarschulkindern erforscht. Jedes Kind muss lernen, gesprochene Zahlen in geschriebene Ziffern zu verwandeln - und umgekehrt. <Das ist wie eine Übersetzung>, sagt von Aster. Je ähnlicher sich Aussprache und Geschriebenes sind, desto schneller schleift sich im kindlichen Gehirn ein Automatismus ein. Dann übersetzt es irgendwann wie im Reflex. ...................
13. GEO Lino das Erlebnis-Heft vom 03. März 2004
Total verdrehte Zahlenwelt
Ist euch schon mal aufgefallen, dass es in der deutschen Sprache viele seltsame Regeln gibt? Zum Beispiel ist die Aussprache von zweistelligen Zahlen völlig verdreht: Wenn da "21" steht, wird das "einundzwanzig" gesprochen - die hintere Ziffer wird zuerst genannt, die vordere zuletzt. Das nervt auch den Bochumer Mathematikprofessor Lothar Gerritzen. Und der fordert, dass Schüler statt "einundzwanzig" in Zukunft "zwanzigeins" sagen dürfen. Briten und Amerikaner, so der Professor, sagen schließlich auch "twentyone" (zwanzigeins), Franzosen "vingt et un (zwanzig und eins). Ähnlich ist es in fast allen modernen Sprachen. Nur die Deutschen "verdrehen" ihre Zahlen. ...................
Sprechweise
der Zahl 21